Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Best Paper Award für Alexander Küsshauer und Matthias Baum

Alexander Küsshauer vom Lehrstuhl für Entrepreneurship

Der Forschungsartikel mit dem Titel „Blaming yourself or the circumstance? Entrepreneurial failure narratives in job interviews“ von Alexander Küsshauer (Lehrstuhl für Entrepreneurship, TU Kaiserslautern) und Prof. Dr. Matthias Baum (Lehrstuhl für Entrepreneurship und digitale Geschäftsmodelle, Universität Bayreuth) wurde mit dem KSG Best Entrepreneurship Research Award 2020 ausgezeichnet. Dieser mit 2000,- Euro dotierte und von der Karl Schlecht Stiftung bereits zum siebten Mal gestiftete Preis wurde bei der 24. Interdisziplinären Jahreskonferenz zu Entrepreneurship, Innovation und Mittelstadt (G-Forum) am 01.10.2020 vergeben.

Der Forschungsartikel untersucht, wie ehemalige Unternehmer und Unternehmerinnen im Vorstellungsgespräch über Scheitern sprechen sollten. Denn das Bild des lebenslangen Unternehmers gilt längst als überholt. Scheitern zählt zum natürlichen Kreislauf des Unternehmertums. Daraus ergibt sich die Forschungsfrage, welche Narrative diese Bewerber und Bewerberinnen im Vorstellungsgespräch nutzen sollten, um die negativen Folgen ihres Scheiterns möglichst gering zu halten? Für diese Forschungsfrage bietet die Attributionstheorie eine Grundlage, da Sie unterschiedliche Zuschreibungen als individuelle Erklärungen für Misserfolge definiert. Diese Zuschreibungen basieren auf drei Dimensionen, die zusammen ein Narrativ bilden (z.B. „Ich habe die Kosten falsch eingeschätzt“ vs. „Das [Scheitern] lag eindeutig an den äußeren Umständen […]“. Basierend auf 210 Personalmanagern, konnten die Autoren im Rahmen eines Experiments bestimmen, welches Narrativ am erfolgreichsten ist. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Effektivität der Narrative deutlich zwischen den Geschlechtern unterscheiden: In Bezug auf weibliche Bewerberinnen zeigt sich, dass personenbezogen Narrative besonders effektiv sind, wohingegen diese für männliche Bewerber weniger erfolgreich oder sogar schädlich sein können. Wir vermuten, dass Arbeitgeber gewisse Stereotype über Scheitern haben (z.B. Fehler eingestehen; Selbstreflexion), Zudem ist aus der Managementforschung bekannt, dass Frauen eher Charaktereigenschaften wie liebevoll, gütig oder sensibel zugeschrieben werden und Männer eher als durchsetzungsfähig, autark oder energisch assoziiert werden. Daraus ergibt sich, dass unterbewusst spezielle mentale Modelle für die geschlechterspezifischen Unterschiede verantwortlich sind: Wenn eine Strategie kongruent mit dem zugrundeliegenden mentalen Modell ist, hat es eine positive Wirkung auf die Einstellungsentscheidung. Wenn die Strategie jedoch inkongruent ist, hat es eher eine negative Wirkung auf die Einstellungsentscheidung.

Zum Seitenanfang